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ARBEITSZEIT VERSTEHEN

Digitale Zeiterfassung im Handwerk: Arbeitszeit richtig zuordnen

Arbeitszeit ist nicht automatisch Auftragszeit. Zwischen Einstempeln und Feierabend liegen Fahrt, Lager, Besprechung, Pause und konkrete Einsätze. Eine gute Zeiterfassung bildet diese Realität ab, ohne dieselbe Stunde zweimal zu zählen.

PraxisleitfadenFür kleine Betriebe & KMUAktualisiert August 2026
KURZ GESAGT

Digitale Zeiterfassung hält Beginn, Ende, Pausen und Tätigkeitskategorien fest. Zeiten aus Serviceberichten werden innerhalb der gesamten Anwesenheit zugeordnet, nicht zusätzlich auf die Tageszeit aufgeschlagen.

TYPISCHE PROBLEME

Kommt dir das bekannt vor?

  • Stundenzettel kommen verspätet oder unleserlich ins Büro.
  • Auftragszeiten werden zusätzlich zur Anwesenheit gezählt.
  • Pausen und sonstige Zeiten sind nicht nachvollziehbar.
  • Minijobber überschreiten unbemerkt vereinbarte Monatsstunden.
  • Monatsberichte müssen aus mehreren Listen zusammengesucht werden.
01

Anwesenheit und Tätigkeit sauber trennen

Wenn ein Mitarbeiter von 8 bis 11 Uhr eingestempelt ist und von 9 bis 10 Uhr einen Serviceeinsatz dokumentiert, beträgt die gesamte Arbeitszeit drei Stunden. Davon ist eine Stunde dem Auftrag zugeordnet; die übrigen zwei Stunden können beispielsweise Fahrt, Vorbereitung oder sonstige Arbeitszeit sein.

Die Berichtszeit darf nicht zusätzlich zur gesamten Anwesenheit addiert werden. Genau diese Doppelzählung verfälscht Monatsstunden, Projektkosten und Nachkalkulation.

02

Kategorien machen Zeiten auswertbar

Eine reine Start-Stopp-Liste zeigt nur, wie lange jemand gearbeitet hat. Für den Betrieb ist zusätzlich wichtig, wofür die Zeit verwendet wurde. Wenige verständliche Kategorien reichen meist aus: Auftrag, Fahrt, Lager oder Vorbereitung, Büro, Schulung und Pause.

Zu viele Kategorien machen die Erfassung langsam. Die Auswahl sollte deshalb zum tatsächlichen Controlling passen und nicht jede denkbare Tätigkeit abbilden.

03

Korrekturen mit klaren Rechten

Fehlbuchungen passieren: doppelt angestempelt, Pause vergessen oder zu spät ausgestempelt. In einem noch nicht bestätigten Monat sollte der Mitarbeiter eigene manuelle Buchungen korrigieren können.

Zeiten, die aus einem abgeschlossenen Arbeits- oder Servicebericht stammen, haben eine andere Beweiskette. Solche Buchungen sollte nur die Betriebsleitung verändern dürfen, damit Bericht und Arbeitszeit nicht unbemerkt auseinanderlaufen.

04

Arbeitszeitkonto für kleine Beschäftigungsverhältnisse

Bei Minijobbern oder festen Monatskontingenten ist nicht jede geleistete Stunde sofort auszuzahlen. Ein Arbeitszeitkonto zeigt, welche Stunden in den nächsten Monat übertragen wurden und wie sich das Guthaben entwickelt.

Wichtig sind ein nachvollziehbarer Anfangsbestand, Monatszugänge, Auszahlungen oder Abbau und der aktuelle Saldo. Vertragliche und rechtliche Rahmenbedingungen müssen vom Betrieb passend eingerichtet und geprüft werden.

PRAXIS-CHECKLISTE

Zeiterfassung im Betrieb einführen

  1. 01Arbeitsbeginn und -ende eindeutig erfassen
  2. 02Pausenregel verständlich festlegen
  3. 03Wenige sinnvolle Tätigkeitskategorien verwenden
  4. 04Berichtszeiten nur innerhalb der Anwesenheit zuordnen
  5. 05Korrekturrechte nach Herkunft der Buchung vergeben
  6. 06Monatliche Bestätigung vorsehen
  7. 07Arbeitszeitkonto transparent führen
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HÄUFIGE FRAGEN

Was Betriebe dazu wissen möchten

Darf eine Berichtszeit zusätzlich zur Anwesenheit zählen?+

Nein. Wenn sie innerhalb der eingestempelten Arbeitszeit liegt, ist sie ein Teil dieser Gesamtzeit und wird lediglich einer konkreten Tätigkeit oder einem Auftrag zugeordnet.

Können Mitarbeiter Fehlbuchungen korrigieren?+

Eigene manuelle Buchungen können vor der Monatsbestätigung korrigierbar sein. Festgeschriebene Zeiten aus Berichten sollten aus Gründen der Nachvollziehbarkeit besonders geschützt werden.

Was zeigt ein Arbeitszeitkonto?+

Es zeigt Anfangsbestand, geleistete und ausgezahlte oder abgebaute Stunden sowie den verbleibenden Saldo, der in einen Folgemonat übertragen werden kann.